Aktiv durch den Winter (2) - Schutz für e-Bike und Fahrer

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Im zweiten Teil unserer Artikelserie "Aktiv durch den Winter" möchte ich einige ausgewählte Komponenten vorstellen, welche eine sinnvolle Ergänzung darstellen, wenn es darum geht das e-Mountainbike durch Kälte, Matsch, Schnee oder Regen zu bewegen. Mit dem "Mudhugger" Spritzschutz für Vorder- und Hinterrad sowie dem "Fahrer" Akkucover seit ihr mit wenig Aufwand bestens gerüstet für den Winter.


Viele von euch bewegen ihr e-Mountainbike das ganze Jahr über durch die Wälder und über Trails in der nächsten Umgebung. Mit dem Herbst beginnend, verwandeln sich die ehemals trockenen, schnellen Wege mit zunehmendem Niederschlag oft in feuchtes und schlammiges Gelände. Nachhaltig wird das Ganze, wenn das viele Laub der Wälder hinzukommt und wie ein Schwamm das Wasser speichert.  

 

Bei Fahrten durch dieses Gelände sind e-MTB und Fahrer bereits binnen weniger Kilometer stark verschmutzt. Je nach Kleidung und Temperaturen kommt es nicht selten vor, dass die Nässe bis auf den Körper durchdringt und diesen spätestens bei der nächsten Abfahrt unangenehm auskühlt. Einen ausgekühlten Körper gilt es beim Bikesport absolut zu vermeiden! Von den möglichen Folgen einer einfachen Erkältung einmal abgesehen, bringen steife, weil kalte Gelenke und Muskeln auf dem Bike ein nicht unerhebliches Unfall- und Verletzungsrisiko mit sich, da die Reaktionszeit steigt und Bewegungen unangenehm und weniger geschmeidig ab

Mudhugger Schutzbleche für das e-Mountainbike

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Spritzschutz für e-Bikes gibt es auf den Online-Marktplätzen sowie im Fachhandel zu Genüge. Bei genauer Betrachtung ist das überwiegend angebotene jedoch entweder nicht funktionell, stabil oder optisch grenzwertig. Die britische Firma Mudhugger hat hier einige Modelle im Sortiment, welche nach meinen bisherigen Erfahrungen für den Einsatz am e-MTB einen rundum guten Eindruck hinterlassen haben.

 

Mit dem Front Race & 29er Rear Mudhugger habe ich zwei Schutzelemente im Einsatz, welche auf dem Cube Stereo Hybrid 140 mit breiten 27,5+ Reifen montiert sind. Zum Preis von etwa 30€ je Element bekommt ihr in einer "schicken" Plastiktüte ein wohlgeformtes Stück Plastik und entsprechend Kabelbinder zur Montage geliefert. Wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär. Jedoch fällt auf, dass die Teile recht steif sind und dabei eine hervorragende Passform besitzen. Trotz der Größe schlackert nichts herum oder schleift bei Fahrten durch unebenes Gelände. Daneben ist die eigentliche Funktion des Spritzschutzes ausgesprochen gut. Oberhalb der Gürtellinie bleibt alles relativ clean, vor allem der Rücken bleibt nahezu schmutzfrei.

Fotostrecke zu den Mudhugger Schmutzfängern

Der e-Bike Akku und die Kälte

Was für den Körper gilt, gilt ein Stück weit auch für das e-Bike System. Vor allem die Zellen im Akku leiden bei Kälte ganz besonders. Je nach Zustand der Zellen lässt sich bei einem ausgekühlten Akku um die 0°C bereits beobachten wie die Ladebalken bei Volllast, wie es die Fahrt auf einen Berg mit sich bringen kann, im Minutentakt zuneige gehen. So zu beobachten an unserem alten 288Wh Bosch Powerpack von 2012.

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Beim Umgang mit einem e-Bike Akku im Winter gibt es auch grundsätzlich einige einfache Dinge zu beachten. Die Zellen arbeiten für gewöhnlich am besten bei einer Außentemperatur von etwa 20°C. Hier funktionieren die chemischen Prozesse im Inneren einer modernen Zelle am besten. Ineffizient hingegen wird es, wenn die Zellen in stark ausgekühltem Zustand arbeiten müssen, da sich die Prozesse in der Zelle verlangsamen. Hohe Entladeströme sind je nach Zellzustand nicht mehr in vollem Umfang gegeben, was zur Konsequenz hat, dass die Zellspannung parallel dazu schneller abnimmt als unter normalen Bedingungen.

 

Übrigens haben klassische 18650er Lithium-Ionen Zellen, wie sie aktuell noch häufig in Pedelec Akkupacks verbaut werden, bereits bei Temperaturen von -5°C um die 20% weniger Kapazität. Dies hängt, grob beschrieben, mit der reduzierten Leitfähigkeit (Ionen Fluss von -Pol zum +Pol) der elektrischen Ströme im Inneren (Elektrolyt) der Zelle bei Kälte zusammen.

 

Daher achtet einfach auf folgende Dinge:

  • Das Akkupack immer bei Raumtemperatur (15 - 20°C) lagern und laden. Damit ist der Akku immer sofort einsatzbereit und die Zellen sind von Grund auf im optimalen Temperaturbereich und haben die volle Leistung wie Kapazität.
  • Benutzt zumindest im Winter eine Neoprenschutzhülle für den Akku. Dies unterbindet das Auskühlen der Zellen etwas und schützt das Akkupack zudem vor Wasser, Dreck und mechanischen Einflüssen.
  • Den Akku wenn möglich niemals ausgekühlt bei unter 2°C laden. Da die chemischen Prozesse der Zellen in kühlem Zustand verlangsamt sind, kann das Laden die Zellen in diesem Zustand nachhaltig beschädigen. Wartet am besten einige Zeit mit dem Laden, bis sich der Akku aklimatisiert hat.
  • Nutzt bei Ausfahrten eine höhere Unterstützungsstufe als sonst. Wenn mehr Strom fließt, entsteht mehr Wärme. Dies hat zufolge, dass die Zellen länger auf Temperatur bleiben. Darum dürft ihr auch mit gutem Gewissen etwas mehr Leistung abrufen als es der eigene sportliche Ehrgeiz erlaubt.

Der "Fahrer" Neoprenschutz für Akkupacks im Detail

Seit einigen Jahren gibt es von der Berliner Firma "Fahrer" oder von der Firma NC-17 zahlreiches Zubehör, unter anderem speziell für die Bedürfnisse von uns e-Bikern. Mit dem Neopren Akku-Cover, für eine Vielzahl von gängigen Pededelec Akkus verfügbar, gibt es ein einfach und leicht zu handhabendes Schutzelement für den teuren e-Bike Akku. Das etwa 5mm dicke Neopren Cover wird einfach über den Akku gezogen und schützt diesen etwas vor Kälte, vor allem aber gegen mechanische, äußere Einflüsse.

 

Bei den neuen integrierten Akkupacks, wie es alle gängigen Hersteller zwischenzeitlich anbieten, ist das Problem des Auskühlens natürlich deutlich reduziert. Dennoch gilt auch hier darauf zu achten, dass der Akku sowohl vor der Ausfahrt, als auch vor dem Ladeprozess auf einem zellschonenden  Temperaturniveau liegt.

Fotostrecke "Fahrer" Akkucover

Fazit:

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Für die Puristen unter uns mögen Schutzbleche ein eher exotisches Anbauteil an einem e-MTB sein, da das geländetaugliche Pedelec quasi in direkter Verbindung mit den äußeren Elementen steht.

Meiner Erfahrung nach schaffen die hier genannten einfachen Maßnahmen jedoch vor allem in der kalten Jahreszeit etwas mehr Komfort und Sicherheit beim e-Mountainbiken im Winter. Zudem schonen sie das Material an e-Bike und Fahrer.

 

Was sind eure Maßnahmen gegen die kalte Jahreszeit?

Welche Erfahrung habt ihr mit den Akkus bei Kälte gemacht?

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