Eine Weihnachtsgeschichte? Die (R)Evolution des e-Bikes!

Der Weg vom Rad bis zum e-MTB im Laufe der Zeit

 

Das Ende des Jahres 2020 ist in Sicht und somit rückt nicht nur das Weihnachtsfest immer näher. Auch wir werden besinnlicher und möchten euch zum krönenden Abschluss eine kleine Geschichte erzählen. Nein, sie handelt nicht von drei Weisen aus dem Morgenland, einer Geburt im Stall. Auch die Hauptrollen müssen noch einmal neu vergeben werden.

 

Wir wollen euch in die Vergangenheit entführen - rund 5.500 Jahre zurück, um genau zu sein. Wir werfen gemeinsam einen Blick auf die Entstehungsgeschichte von e-Bikes bzw. e-Mountainbikes.
Viel Spaß bei unserer Zeitreise in 5 Akten ;-)


1. Akt: Aller Anfang ist schwer

Weit, weeeit in die Vergangenheit müssen wir zurückblicken, wenn wir den wirklichen Ursprung von e-Bikes erforschen möchten. Bis die ersten Menschen auf die bahnbrechende Idee kamen, Zweiräder zu erfinden, mussten 5.500 Jahre vergehen. Während dem Rad an sich eine Geburtsstunde rund um das Jahr 3.500 v. Chr. zugeschrieben wird, erblickte das erste Laufrad erst im Jahre 1817 das Licht der Welt - vermutlich nicht in einem Stall. Erst laufen, dann treten, so lautete die Devise. Ein deutscher Herzog namens Karl Freiherr von Drais erfand das Laufrad - quasi ein Fahrrad ohne Pedale, welches sich durch das Abstoßen vom Boden mit den Füßen fortbewegt. Für die damaligen Verhältnisse geriet man hier schon in eine Art Geschwindigkeitsrausch. In nur vier Stunden soll Herr Drais 50 Kilometer weit gekommen sein und überholte damit Postkutschen und Fußgänger. 


2. Akt: Es geht hoch hinaus

Von da an mussten weitere 50 Jahre vergehen, bis der Franzose Eugène Meyer die Idee hatte, den bereits erfundenen Tretkurbelantrieb mit einem Zweirad zu verbinden. Im Jahr 1869 erfand er dann das Hochrad. Wie der Name schon vermuten lässt, zeichneten sich diese Räder durch das Thronen in einer erhöhten Position aus. Ok, zugegeben: Bis in den Himmel (wie unser Testfahrer Sabatino im oberen Bild) ragte Meyer zwar nicht, jedoch war das Vorderrad mindestens dreimal so groß wie das Hinterrad, was leider zu Stürzen und Unfällen führte. 


3. Akt: Der Weg zum moderne Zweirad

Knappe 10 Jahre später. Der Begriff "Sicherheitsfahrrad" gewinnt durch Thomas Shergold um 1878 an Bedeutung. Bei seiner Konstruktion wurde das Hinterrad mit der Kette angetrieben und nicht - wie beim Hochrad üblich - das Vorderrad. Das Ziel? Räder gleich groß zu konzipieren, um Unfälle zu vermeiden.

 

Das erste "moderne Fahrrad" stammt vom innovativen Konstrukteur John Kemp Starley aus dem Jahre 1885. Dessen Grundaufbau hat sich bis heute gehalten. Sportliche Betätigung, wie sie viele e-MTB Fahrer suchen, stand hier zunächst nicht im Vordergrund. Nach und nach kamen jedoch Verbesserungen hinzu, wie beispielsweise luftbefüllte Reifen (1888), die Freilaufnabe mit Rücktritt (1900) oder die erste Schnellschaltung (1933). 1981 war es dann soweit: Das erste Serien-Mountainbike ging an den Start und ist bis heute wahrlich eine Ikone. Das Gefährt mit dem wohlklingenden Namen "Stumpjumper" entstand aus der Schmiede des US-amerikanischen Herstellers Specialized


4. Akt: Mühsam nährt sich das e-MTB

Wo genau reiht sich denn nun das "e" in dieser Geschichte ein? Die Idee, ein Fahrrad mit Elektromotor anzutreiben, ist älter als man glauben mag! Das erste Patent auf ein Zweirad mit Pedalen und e-Antrieb wurde 1899 von einem Deutschen namens Albert Hänsel angemeldet. Damit dauerte es nur 14 Jahre vom "modernen Fahrrad" zum e-Bike. Erst ab den 1930er Jahren versuchten Unternehmen, e-Bikes serienmäßig zu produzieren. Zu schwache Motorleistungen und schwere Akkus bremsten den e-Bike Boom lange Zeit aus. e-Mountainbikes wurden zu diesem Zeitpunkt besonders stiefmütterlich behandelt, da man möglichst simpel versuchte, das Prinzip der e-Bike Herstellung 1:1 auf die sportiven Gefährte zu übertragen.

 

1990 setzte ein Schweizer Hersteller erstmalig eine Motorunterstützung ein, die abhängig von der Trittfrequenz des Fahrers war. Die Firma Yamaha tritt hier als Wegbereiter auf, denn mit ihrem Power-Assist-System (PAS) konnten sie die Kraft des Fahrers messen und den Unterstützungsgrad entsprechend anpassen.  


5. Akt: Der Durchbruch

Das Haibike eQ XDURO
Haibike eQ XDURO, Bildquelle: Haibike.com

Die Lithium-Ionen-Akkutechnologie verhalf dem e-Bike schließlich in den frühen 2000ern zum Durchbruch. 2010 wurde der "Urvater" aller e-MTBs (das Habike eQ XDURO) als wahres Wunderkind geboren, bzw. auf der Eurobike vorgestellt. Noch nie zuvor wurde ein wirklich geländetaugliches e-MTB vorgestellt. 

Spätestens 2014 hatte die e-MTB Community mit den Performance Line Antrieben von Bosch dann auch besonders effiziente Kraftgeber und Energielieferanten an ihrer Seite. 

 

Seit den Anfängen hat sich natürlich eine Menge verändert: Innovationen erobern stetig den Markt, e-Mountainbikes werden leichter, wendiger und sind optisch meist kaum noch von normalen MTBs zu unterscheiden. Auch in 2021 freuen wir uns, euch wieder von den spannendsten Produktneuheiten berichten zu können und sind gespannt auf alles, was die Zukunft im e-MTB Segment bringen mag.

 

Und wer weiß: Mit dem passenden e-Mountainbike hätten es Maria und Josef vielleicht frühzeitig zum nächstgelegenen Krankenhaus geschafft ;-)

 


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