Im Test: Das Specialized Kenevo 2020

Das Specialized Kenevo 2020 im Test

Ihr sucht ein extrem potentes e-MTB mit dem ihr den Bikepark rocken könnt, euch aber auch Kurve um Kurve am Berg nach oben schrauben könnt? Voila, hier ist es – das Specialized Kenevo 2020! Wir haben das Downhill e-MTB in Finale Ligure getestet – auf flowigen Trails und auf extremen Strecken – bergab und bergauf!

 

Das Kenevo war bereits in der ersten Generation ein e-MTB fürs grobe. Extreme Untergründe, Drops, Sprünge – dafür wurde es gemacht. In der Saison 2020 verspricht Specialized nun durch einen neuen Rahmen, den ersehnten 2.1 Motor und eine robustere Ausstattung ein noch widerstandsfähigeres e-MTB. Die Fakten zum Bike könnt ihr in unser Bikevorstellung Specialized Kenevo 2020 lesen, hier soll es aber nun um unsere Praxiseindrücke gehen.


Unser Testumfeld

2 Biketage in Finale Ligure, 3 unterschiedliche e-MTBs und 9 glückliche Biker & Familienmitglieder aus der e-motion e-Bike Welt Fuchstal. So muss ein Betriebsausflug doch sein! Neben dem Specialized Kenevo waren auch das Turbo Levo und das Alltrail e-MTB Habit von Cannondale mit neuem Bosch CX Antrieb mit dabei, um diese beiden Bikes werden wir uns später kümmern!

Das Specialized Kenevo 2020 im Test in Finale Ligure

Unser Testbike:  Kenevo Expert

Das Specialized Kenevo 2020 im Test in Finale Ligure

Das Kenevo Expert unterscheidet sich vom Kenevo Comp am augenscheinlichsten durch die Doppelbrückenfedergabel. Das Kenevo Expert, unser Testrad vom Hersteller, wurde von unserem Tester Joe mit einer Körpergröße von 1,80 m in der Rahmengröße S4 (L) in der Serienausstattung gefahren. An den zwei Tagen wurden circa 70 Kilometer auf dem e-MTB zurückgelegt, dabei war von Uphill bis ruppig alles dabei! Das Besondere an den neuen Rahmengrößen des Kenevo: Du wählst deine Rahmengröße anhand der Länge des Bikes (also des Hauptrahmens), anstatt die Größe anhand des Sattelrohrs zu bestimmen. Die Größen S2-S5 stehen dabei stellvertretend für die Staffelungen S-XL. Generell wurde mit dem neuen Rahmen auch die Geometrie im Vergleich zum Vorgänger überarbeitet: Eine bessere Uphill-Performance verspricht ein um 2° steilerer Sitzwinkel, außerdem ist der Reach um satte 4 cm gewachsen und der Lenkwinkel um etwa 1° flacher geworden.


Motor, Akku & Gangschaltung

Das Specialized Kenevo 2020 im Test in Finale Ligure

Der 2.1 Motor ist im Vergleich zum zuvor verbauten 1.2 E Antrieb wesentlich stärker und schiebt mit 90 Nm nach vorne. Der Wechsel des Motors war eine sehr gute Entscheidung, fehlte dem alten Antrieb doch an vielen Stellen einfach die Power, um in den Uphill-Flow zu kommen. Der fast nicht vorhandene Tretwiderstand macht das Fahren in der kleinsten Unterstützungsstufe – wie beispielsweise auf dem Flowtrail - zu einem echten Genuss. Bei kurzen Gegenanstiegen wird schnell in den Trail oder, wenn es ganz Hart auf Hart kommt, auch in den Turbo gewechselt und schon fliegt man geradezu! Einziger Mini-Kritikpunkt: Der Motor schiebt etwas nach, was aber nach einer kurzen Gewöhnungsphase eigentlich nicht mehr auffällt. Die SRAM GX 11-fach Schaltung ist dem Bike entsprechend angemessen, die Gesamtübersetzung und die Gangsprünge harmonisieren wunderbar mit den Unterstützungsstufen des Motors.


Reifen & Bremsen

Das Kenevo Expert 2020 rollt auf Roval 27,5 „“ Aloy DH Laufrädern und Butcher-Reifen in 2,6er Breite sicher auf nahezu jedem Untergrund. Speziell die Butcher passen gut zum Einsatzzweck des Bikes, die Spurtreue und das Kurvenverhalten stimmen! Einzig die SRAM Code R Vierkolbenbremsen haben im Test nicht vollends überzeugt, hier wünschen wir uns eine zuverlässigere Verzögerung, in die wir auch in Extremsituationen vollstes Vertrauen stecken können.

Das Specialized Kenevo 2020 im Test in Finale Ligure

Fahrgefühl & Fahrwerk

Das Fahrwerk im Kenevo Expert (vorne RockShox Boxxer 180mm, hinten RockShox Deluxe Coil Select) gehören der Premiumklasse an. Die Doppelbrückenfedergabel war auf den von uns gefahrenen Strecken in Finale Ligure schon fast etwas unterfordert, hier hätte es auch die „herkömmliche“ Gabel des Kenevo Comp getan. Das Fahrwerk insgesamt spricht außerordentlich gut an, kleine Unebenheiten werden einfach geschluckt, Fahrfehler großzügig verziehen und wie es sich für ein ordentliches Downhill e-MTB gehört, kommt es auch mit harten Schlägen gut klar.

Die Sitzposition ist sehr tief im Bike, wodurch der Fahrer viel Einfluss auf das Bike nehmen kann, was wiederum viel Sicherheit vermittelt. Durch das hohe Bikegewicht, das auch dem großen 700 Wh Akku geschuldet ist, braucht es in einigen Situationen definitiv Körpereinsatz. Ein gewisses Maß an Fahrtechnik ist auf dem Kenevo Expert aber von Vorteil. Durch die Länge des Bikes und den kleineren Lenkeinschlag durch die Doppelbrückenfedergabel gibt es in engen Spitzkehren zwei Möglichkeiten: das Hinterrad versetzen oder eben absteigen, wenn die Technik nicht sitzt.

 

Am meisten Spaß macht das Kenevo aber noch immer in Sprüngen und Drops – schließlich sprechen wir hier von einem Downhiller, der seine Stärken auch auf dem Trail und Uphill voll ausspielt und sehr bequem zu fahren ist – sich im Bikepark aber immer noch am wohlsten fühlt!

Das Specialized Kenevo 2020 im Test in Finale Ligure

Unser Testfahrer: Joe

e-MTB Testfahrer Julian

e-MTB Testfahrer Joe aus Fuchstal

Unser Testfahrer Joe aus der e-motion e-Bike Welt Fuchstal wird auch "Der Schlammhüpfer" genannt. Warum? Na, weil er im Bikepark am liebsten über die Schlammlöcher hüpft! Joe sitzt schon seit 2015 im Mountainbike-Sattel, 2019 hat er sich schließlich an das e-MTB getraut. Beides jagt er regelmäßig durch die hiesigen Bikeparks und über Trails - dabei bevorzugt er den ruhigen und kräftigen Brose Antrieb.