ERSTER EINDRUCK - UNTERWEGS MIT DEM cannondale moterra neo 1

Der Testbericht zum Moterra Neo von Cannondale

In den letzten Wochen durfte ich das brandneue Trailbike Moterra Neo 1 von Cannondale auf meinen heimischen Trails hier am Rande des Südschwarzwalds ausführen. Ausgestattet mit einem altbekannten Bosch Performance CX System und einem vollgefederten Fahrwerk ist es das perfekte Werkzeug um die Trails hier mit allen seinen Facetten zu bearbeiten. Welche Besonderheiten es dabei zu beobachten gab, erfahrt ihr in diesem Artikel.


Was ist oder will ein Trailbike eigentlich sein?

Im Prinzip ist diese Frage relativ einfach zu beantworten, handelt es sich bei einem Trailbike einfach um die neue Bezeichnung für ein Allmountain-Modell – also einem Mountainbike mit einem vollgefederten Fahrwerk um die 140 mm und einer Rahmengeometrie, welche eine angenehme, relativ aufrechte Sitzposition erlaubt. Das Einsatzgebiet ist breit gefächert, von ausgedehnten Touren bis hin zu anspruchsvollen Geländefahrten in abwechslungsreicher Topografie ist ein Trailbike für jedes Abenteuer bereit. Kommt nun noch ein e-Bike-System in das Bike, spielen weitere Faktoren wie Schwerpunkt und Rahmenarchitektur eine interessante Rolle. Dies kann wesentliche Auswirkungen bei der Funktionalität im beschriebenen Einsatzgebiet haben.


Moterra Neo: Bosch-Integration und Balance

So performt das Moterra Neo von Cannondale in der Praxis

Bei Cannondale kommt das leistungsstarke und seit vielen Jahren bewährte Antriebssystem aus der Bosch Performance CX Linie zum Einsatz. In der Moterra Neo Modellvariante findet der 500 Wh starke Powertube Akkupack seinen Platz vollständig integriert im Unterrohr. Dort sorgt das schwere Bauteil in seiner Position für einen Moterra typischen tiefen Schwerpunkt, was die Agilität positiv beeinflusst. Die Performance CX Antriebseinheit sitzt unmittelbar vom auslaufenden Ende des Unterrohrs, am tiefst möglichen Montagepunkt und bildet damit das Herzstück dieses eMTBs. Damit dürften diese Konstruktion eine nahezu optimale Balance ergeben, um das Bike entsprechend dem Einsatzzweck im Trail zu bewegen zu können. Übrigens kamen wir beim Wiegen auf ein Gesamtgewicht von 23,85 kg, dies bei einem M-Rahmen und ohne Pedale. Damit ist das Bike im Jahr 2019 als eher schwer einzuordnen, reiht sich wiederum bei eMTBs mit Bosch Antriebssystem im unteren Mittelfeld ein und liegt damit absolut im Schnitt anderer auf dem Markt bestehender Modelle mit diesem Antrieb.


Besonderheiten der Rahmengeometrie

Praxistest Cannondale Moterra Neo - unser erster Eindruck von dem e-MTB

Neben der raffinierten Unterbringung von Akkupack und Antriebseinheit verfügt das Moterra Neo 2019  über einige weitere durchdachte Ausstattungsdetails. So ist die Kettenstrebe mit 457 mm recht kurz gehalten, was den Radstand verkürzt und in der Konsequenz das Handling einfacher und verspielter gestaltet. Um die Kettenstrebe in Kombination mit dem Bosch Performance CX Antrieb derart kurz zu bekommen wurde die gesamte Kettenlinie über eine besonders breite Nabe (157mm gegenüber Boost Standard mit 148 mm) im Heck etwa 6 mm weiter nach außen versetzt. Durch diese asymmetrische Bauweise des Hinterbaus bekommt das Laufrad mehr Platz, was wiederum einen zentralen Ansatz des Grundgelenks im Bike erlaubt. Parallel dazu hat Cannondale in seinen Moterra e-Mountainbikes eine spezielle Motoraufhägung, welche sich vom Standard-Bosch-Frame unterscheidet und der zentrumsnahen Aufhängung des Hinterbaus zusätzlich entgegen kommt.


Fokus: Laufräder und Kurbeln

Die besonders breite Nabe erlaubt zudem eine breitere Anordnung der Speichen zwischen Nabe und Felge, woraus sich eine erhöhte Steifigkeit des Laufrads ergeben soll. Ihr seht, die Konstrukteure von Cannondale haben sich viele Gedanken dazu gemacht, wie ein e-Trailbike bestmöglich funktionieren soll. Des Weiteren kommen kurze 160 mm Kurbeln zum Einsatz um Pedalaufsetzter beim pedalieren im verblockten Gelände vorzubeugen. Da kurze Kurbelarme den Umstand mit sich bringen, dass der Pedaldruck pro Umdrehung geringer ist als mit Standard-Modellen wurde die Motorsoftware mit dem letzten Update auf diesen Umstand optimiert. Das fühlbare Ergebnis hierbei ist eine harmonischere und gleichmäßige Kraftentfaltung der Motorunterstützung, besonders im dynamischen eMTB Modus.


Moterra Neo mit serienmäßigem Licht!

Der Testbericht zum Moterra Neo von Cannondale

Weiteres - im wahrsten Sinne des Wortes - „Highlight“ ist die serienmäßige Supernova M99 Mini Beleuchtungseinheit, welche zentral vor dem Vorbau montiert ist und aus dem e-Bike-System gespeist wird. Vor allem aktuell, wo die Tage kürzer werden und das Tageslicht durch den flachen Einstrahlwinkel der Sonne meist gedämpft ist, ist solch eine Lampe mit einer max. Leuchtkraft von 1150 Lumen eine super Sache, da der Trail einfach komplett ausgeleuchtet wird und schattierte Unebenheiten besser einzuschätzen sind.


Einstellungen und Fahrgefühl der RockShox Pike-Gabel

Das Rockshox Fahrwerk bietet in der Front über die Pike-Gabel 140 mm Federweg. Die 35 mm Standrohre der Pike sorgen für eine ordentliche Steifigkeit, damit reagiert die Gabel sehr präzise auf Lenkmanöver und lässt sich bei schnellen Schlägen in Folge nicht aus der Ruhe bringen.

Der Dynamikumfang des Federwegs hat die typische RockShox Charakteristik, d.h. die Gabel läuft im Federweg relativ geschmeidig wird mit zunehmender Eintauchtiefe sehr schnell recht hart. In Kombination mit dem breiten 2,6er (1,5bar vorne, tubeless) Reifen arbeitet dieses System richtig gut und bietet einerseits viel Traktion, andererseits genug Reserven um nach härteren Schlägen nicht in die Knie zu gehen. Da die Trails hier aktuell durch das viele Laub eher rutschig und damit langsamer zu fahren sind als im Sommer, habe ich mit einem SAG (Negativfederweg) von knapp 30% ein etwas weicheres Setup gewählt.

Der Druckstufenregler ist dabei komplett geöffnet und die Zugstufe auf „Four-Clicks-from-Rabbit“ (Vier Klicks vom maximalen Rebound - Rabbit/schnell, Turtle/langsam) justiert. Hier hat sicherlich jeder seine eigenen Vorlieben, ich fahre das Setup tendenziell eher Soft je rutschiger es wird. Wäre Hochsommer und die Trails trocken und schnell, würde ich das Setup deutlich härter wählen, um den Trail aktiver und kraftvoller fahren zu können. Der RockShox Deluxe Dämpfer, der auf der Unterseite des Oberrohrs seinen Platz findet, gibt im Heck 130 mm Spielraum frei, um das Gelände abzutasten. Das Heck fühlt sich hier im Einsatz sehr straff und direkt an, genauso wie ich es erwarte - Anlieger lassen sich schnell anfahren und über das Heck pushen. Hier macht sich nun die kurze Kettenstrebe positiv bemerkbar, was das Bike trotz seiner 23,85 kg recht agil in Erscheinung treten lässt. 

Ergebnisse des Praxistests mit dem Cannondale Moterra NEO 2019

Beim aktiven Abspringen von Geländeunebenheiten geht das Moterra Neo zunächst über den Rebound der Gabel und dem anschließenden Zug am Lenker gut auf die „Hinterbeine“ und lässt sich von dort dann sauber in die Luft abdrücken – dies ist bei einem eMTB nicht immer ganz einfach, da der Akku schwer und frontlastig die Balance beeinflusst. Im Gegenzug darf eine Kettenstrebe an einem eMTB auch nicht zu kurz sein, um ein frühzeitiges Abheben der Front in kräftigen Steigungen zu unterbinden. Hier am Moterra Neo erlebe ich diesbezüglich eine ausgewogene Balance mit hoher Funktionalität.

Der Testbericht zum Moterra Neo von Cannondale

Einstellungen und Fahrgefühl des RockShox Pike Dämpfers

Wie bei der Gabel, so habe ich auch im Heck ein eher weiches Setup mit einem SAG (Negativfederweg) von knapp 30% gewählt, um den äußeren Bedingungen und den damit verbunden Eigenschaften gerecht zu werden. Bei einem Trailbike erwarte ich vom Fahrwerk prinzipiell etwas mehr Straffheit, um es schnell und direkt über die Trails prügeln zu können. Dies wird hier in vollem Umfang erfüllt, es fühlt sich gut an und macht Spaß!


Moterra Neo 2019: Bereifung

Bei den klassischen Ausstattungsdetails hat Cannondale in sehr vielen Punkten mitgedacht. Dies wird sofort an der Bereifung, sowie der Schaltgarnitur erkennbar. Endlich keine unnötig breiten Reifen jenseits der 2,8“ – nein hier sind schnelle, griffige und präzise zu fahrende 2,6er Minion DHF Reifen von Maxxis verbaut. Genau so muss das sein – ein Trailbike will schnell und mitunter aggressiv gefahren werden, da braucht es eine passende Bereifung dazu. Passt! :)


Was taugt die SRAM 12fach Schaltung im Moterra Neo?

So performt das Moterra Neo von Cannondale in der Praxis

Mit der neuesten Entwicklung um die SRAM Eagle 12fach Schaltungen für e-Bikes gibt es nun hier ein Schaltsystem, welches keine Wünsche offen lässt. Im vergangenen Jahr wurde ja noch großflächig von der SRAM EX1 mit 8-Gängen geschwärmt. Dies konnte ich nie nachvollziehen, da die Gangsprünge an dieser 8-fach Schaltung einfach viel zu groß waren um vor allem bergauf immer im optimalen Trittfrequenzbereich zu fahren und effizient zu pedalieren. Nun, mit den SRAM NX bzw. GX Modellen gibt es endlich 12fach Schaltsysteme, welche den gesteigerten Anforderungen eines eMTBs gerecht werden. Um die Schaltmechanik zu schützen und Verwindungskräfte an der Kette zu minimieren, ist pro Schaltvorgang immer nur ein Gangsprung möglich. Unterwegs im Gelände kann ich nun immer in meinem optimalen Trittfrequenz Bereich um die 85 Umdrehungen/Minute treten, egal in welcher Unterstützungsstufe und Steigung, bzw. Gefälle. Dies macht das ganze e-Bike System effizienter, spart Energie und ermöglicht konstante Geschwindigkeiten. Die 12fach Kassette bietet hier Ritzel mit einer Spreizung von 50 -11 Zähnen.


Trittfrequenz halten durch fließende Gangwechsel

Besonderes Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind die fließenden Gangwechel. Durch den geringen Kadenz-Unterschied von Gang zu Gang (12fach) und das intelligente Softwaremanagment des Bosch Antriebs schiebt der Antrieb durch den kurzzeitig gesteigerten Pedaldruck beim Einlegen des nächst größeren Gangs immer noch minimal etwas nach, was das erreichen der angestrebten Trittfrequenz ungemein unterstützt – dies ist absolut perfekt und ist ein Detail, welches der Bosch Antrieb durch das Zusammenspiel von Sensorik und Software besonders gut kann.

Das Moterra Neo schnell zum Stehen kriegen: Die Bremsanlage

Die Bremsanlage besteht beim Moterra Neo 1 aus soliden SRAM Guide RE Vier-Kolben Stoppern. Im Zusammenspiel mit einer 200er Scheibe am vorderen Laufrad und einer 180er im Heck arbeitet dieses System sehr ausgewogen und verzögert zuverlässig. Während den letzten 300 km Testkilometern auf dem Moterra hier im Schwarzwald war das Augenmerk auf maximale Belastung weniger wichtig - mir kam es vor allem auf die Dosierbarkeit und das Ansprechverhalten beim Bremsvorgang an.

 


Was sollte ein Bremse im Trailbike leisten?

Ergebnisse des Praxistests mit dem Cannondale Moterra NEO e-MTB

Da ich mit einem Trailbike immer schnell unterwegs sein möchte, bewege ich das Bike sehr flüssig ohne brachiale Start/Stop Manöver - entsprechend wenig wird über längere Zeit voll gebremst. Es sind eher die vielen leichten Bremsmanöver abwechselnd oder im Zusammenspiel vorne und hinten, die einen schnellen Run ausmachen. Zudem darf meiner Ansicht nach ein Rad beim Bremsen nie blockieren und still stehen, da in diesem Fall der Reifen nicht zu 100% arbeiten kann. Hier ist es extrem wichtig eine Bremse zu haben, welche feinfühlig zu dosieren ist und gleichzeitig mit minimalem Kraftaufwand viel Kraft auf die Scheibe bringt. Mit der SRAM Guide RE an diesem Bike bin ich hier sehr zufrieden, diese rundet den positiven Gesamteindruck ab. Die Guide RE Bremsanlage ist übrigens speziell auf die Bedürfnisse von e-Mountainbikern konzipiert und vereint SRAMs bewährten Guide R-Bremshebel mit einem leistungsstarken 4-Kolben-Bremssattel in Anlehnung an die für Gravity-Fahrten optimierten Code-Bremsen.


Der Antrieb: Ist der Bosch CX noch up to date?

Ein elementarer Bestandteil an einem e-Mountainbike ist zweifelsohne das Antriebssystem. Wie bereits erwähnt, kommt in der Moterra-Serie das Bosch Performance CX System zum Einsatz. Mit einem hohen Drehmoment von 75 Nm ist der Bosch immer noch einer der stärksten Aggregate auf dem Markt. Sicherlich mag er mechanisch etwas überholt erscheinen, da die 1:2,5 Übersetzung im inneren eine große Bauform, ein hohes Gewicht sowie einen großen Tretwiderstand beim pedalieren ohne Unterstützung mit sich bringen. Im Gegenzug bringt die interne Übersetzung eine außerordentlich effizienten Lauf des Elektromotors mit sich, da dieser 2,5 x schneller drehen kann als die Kurbelumdrehungen beim Treten. Dies reduziert die Wärmeentwicklung vor allem in niedrigen Kadenzen unter Volllast und minimiert damit die hitzebedingte Reduktion der Leistung der Antriebseinheit. So kommt es, dass auf der Tretlagerachse nur ein kleines 15 Zähne zählendes Kettenblatt die Kette transportiert. Da dieses Kettenblatt 2,5 x schneller dreht als der Biker tritt, wäre es umgerechnet vergleichbar mit einem 35er Blatt bei einem 1:1 Verhältnis. 

Der Testbericht zum Moterra Neo von Cannondale

Nachdem ich den Sommer über so gut wie keine Bosch e-MTB gefahren bin, fällt mir nun wieder auf wie gut das Ansprechverhalten des Bosch CX funktioniert. Hier hat das Entwicklungsteam mit Testfahrer Stefan Schlie einen wirklich herausragenden Job gemacht! Allen voran zeigt sich der eMTB Modus mit seiner sensiblen, auf die äußeren Umstände reagierenden Kraftentfaltung, als besonders anwenderfreundlich, da hier immer die passende Motorpower zur Verfügung steht. Besonders deutlich wird dies beispielsweise beim Anfahren auf nassen, von Laub bedeckten Wurzeln im steilen Gelände - eMTB Modus anwählen, Pedal in Position bringen, Bremse lösen, Pedaldruck aufbauen und los gehts! Das Moterra zieht locker lässig den Berg hoch und dosiert das Drehmoment im Zusammenspiel aus Pedaldruck und Traktion am Hinterrad. 

Bei anderen Mittelmotoren muss ich in dieser Fahrsituation immer schön mit der Hinterradbremse das Drehmoment dosieren - beim Bosch macht dies die intelligente Software. In anderen Fahrsituationen überzeugt der eMTB Modus ebenfalls mit einem dynamischen Unterstützungslevel von 120% - 300% zur Eigenleistung. So läuft dieser in flachen Etappen einfach locker mit reduzierter Leistung und bringt im Trail - je nach Pedaldruck - volle Leistung für schnellen Vorschub an die 25 km/h Grenze. Bergauf im kleinen ECO-Modus macht der Bosch dann etwas weniger Spaß, da der innere Widerstand im Vergleich zu anderen Mittelmotoren einfach unnötig groß ist. Ich habe dabei immer das Gefühl, dass die Eigenleistung einfach in der Motormechanik versumpft. Hier sind Modelle mit einem 1:1 Verhältnis zwischen Motordrehzahl und Kurbelumdrehungen gefühlt einfach im Vorteil. Eigentlich muss der Bosch Performance CX niemandem mehr etwas beweisen, es ist einfach ein zuverlässiger Antrieb, hunderttausendfach verbaut, mit starker Leistung und einer extrem gut entwickelten Software. Er ist halt zwischenzeitlich etwas in die Jahre gekommen und hat so seine Eigenheiten wie hier beschrieben. Die Powertube speichert 500 Wh Energie, welche bei maximaler Unterstützung von 300% zur Eigenleistung locker für die 1000 Hm Tour ausreicht.


Zum Abschluss noch kurz ein Wort zur Rahmenarchitektur:

Darunter verstehe ich die Eigenschaften des Rahmens unter Berücksichtigung der Geometrie, der Position auf dem Bike, sowie den daraus resultierenden Fahreigenschaften. Der von mir gefahrene Rahmen hat die Größe M - mit einer Körpergröße von 180 cm und einer Schrittlänge von 82 cm liege ich prinzipiell meist zwischen Rahmengröße M und L. Beim e-MTB tendiere ich aufrund des Gewichts dann meist eher zum kleineren Rahmen, da ich ein verspieltes Handling bevorzuge. Wohl ein Resultat meines Fahrstils, verwurzelt in meinen Bike-Anfängen in den 80igern auf dem BMX.

So performt das Moterra Neo von Cannondale in der Praxis

Der M-Rahmen des Moterra Neo erscheint mir etwas kleiner als andere auf dem Markt vergleichbare Modelle. Ein Indikator hierfür ist bei normaler Sitzposition der Blick hinunter auf die Achse des Vorderrads - hierbei erscheint der Lenker als Linie. Liegt die Nabe vor dem Lenker ist der Rahmen eher zu klein. Liegt die Nabe in einer Flucht mit dem Lenker oder liegt nicht zu weit dahinter, ist der Rahmen passend. Natürlich spielen hier noch weitere Faktoren eine Rolle, als grober einfacher Anhaltspunkt hat sich dieser Blick aber sehr bewährt. Wer sich also näher für das Moterra interessiert, sollte dabei berücksichtigen, dass die Rahmen etwas kleiner ausfallen. Nicht desto trotz fühle ich mich auf dem Moterra Neo 1 sehr wohl, da der Rahmen eine sehr ausgewogene Balance aufweist und die Position auf dem Bike je nach Fahrsituation sehr einfach variiert werden kann. Das etwas hohe Gewicht macht sich primär so bemerkbar, dass es in engen Kurven etwas aktiver gedrückt werden will. Im Grenzbereich, wie aktuell auf rutschigem Untergrund schnell erreicht, führt dies dann zu gelegentlichem leichten Untersteuern, womit das Bike über das Vorderrad schiebt. Dieses Verhalten ist jedoch sehr früh zu spüren und durch rechtzeitige minimale Korrekturen in der jeweiligen Fahrsituation einfach in den Griff zu bekommen. Damit ist das Bike selbst im Grenzbereich sehr sicher zu bewegen.


Test-Fazit zum Cannondale Moterra Neo 2019

Ja, das Moterra Neo ist ein rassiges Trailbike, welches Dank seiner vielen durchdachten und sinnvollen Ausstattungsdetails kaum Wünsche offen lässt. Vor allem das Paket aus moderat breiten 2,6" Reifen und einem satten 140 mm Fully-Fahrwerk sind im Zusammenspiel mit dem kurzen Hinterbau ein Garant für schnelle und kraftvolle Trailruns im leichten und mäßigen Gelände. Dank 12fach Schaltung steht für jeden Anspruch immer das richtige Übersetzungsverhältnis zur Verfügung, um den starken Bosch Performance CX Antrieb effizient zu pedalieren. Da das Bosch Performance CX System mittlerweile als recht schwer anzusehen ist, trägt dieses wesentlich dazu bei, dass das Gesamtgewicht dieses Bikes spürbar hoch ist. Dank verspielter Rahmengeometrie und tiefem Schwerpunkt wird dieser Umstand jedoch recht gut kompensiert.

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Praxistest Cannondale Moterra Neo - unser erster Eindruck von dem e-MTB


Unser Testfahrer: Julian

e-MTB Testfahrer Julian

Seit beinahe 30 Jahren ist Julian nun schon begeisterter Offroad-Sportler. Nachdem er bereits viele Jahre auf den Singletrails des Südschwarzwaldes unterwegs war, entschied er sich im Jahr 2012 zum ersten Mal für eine spritziges e-MTB anstelle eines herkömmlichen Bikes. Die Bergetappen seiner Heimat machten mit dem Haibike XDURO FS RX e-Fully mit Bosch-Antrieb an Bord gleich noch viel mehr Spaß. Vor allem stellte er fest, dass ihm durch die Unterstützung vom Elektromotor bei steilen Anstiegen mehr Kraftreserven für Sprünge und Drops auf flowigen Trails bleibt, die er am liebsten mit 29“ Allmountain- und Enduro e-MTBs bestreitet. Seine Erfahrungen mit dem e-Mountainbike Sport teilte Julian bis vor Kurzem auf seinem beliebten Blog Pedelec-Biker.de und hat hierfür alle gängigen Elektromotoren von Bosch, Yamaha, Shimano und co. seinem Höhenmetertest unterzogen. Mit seinem großen Know-How rund um Technik und Fahrkunst unter Extrembedingungen ist er nun seit 2018 ein wichtiger Teil von e-MTB.de!