Erfahrungsbericht - Haibike XDURO NDURO 7.0

Testbericht zum Haibike XDURO NDURO 7.0

Nachdem wir euch das Haibike XDURO NDURO 7.0 in einer Fotostrecke vorgestellt haben, folgt nun mein Testbericht! In den letzten Wochen sind wir Das e-Enduro hier auf unseren südbadischen Trails auf- und abgefahren, um einen ersten Eindruck zu diesem Boliden mit 180 mm Federweg zu gewinnen. Welchen Eindruck es hinterlassen hat, könnt ihr hier nachlesen - zudem haben wir ein Video in den Artikel eingebunden, in welchem das NDURO 7.0 aktiv bewegt wird.

Mittlerweile hat Haibike eine ganze Reihe NDURO-Bikes im Sortiment. Mit unterschiedlichen Antrieben und Ausstattungsvarianten gibt es für jeden Anspruch und Geldbeutel ein passendes e-Mountainbike für den Einsatz im groben Gelände und auf dem Weg dahin. Kein Wunder, denn die Enduro-Gattung erfreut sich vor allem bei den sportlich und abfahrtsorientierten Pedelec-Bikern unter uns immer größerer Beliebtheit - nahezu jeder Hersteller hat daher mindestens ein vollgefedertes e-Bike mit einem Federweg von 160 - 180 mm im Programm.

 

Mit dem Haibike XDURO NDURO in der Version 7.0 haben wir quasi das Einsteiger-Enduro am Start. Zum Preis von 4399,00 € gibt es hier ein Bike mit ordentlicher Ausstattung, großem 500 Wh Akku und dem leistungsstarken und zuverlässigen Yamaha PW-X Mittelmotor. Eine solide Basis also um die 1.000 Höhenmeter zu erklimmen und diese anschließend mit viel Spaß und sportlichem Anspruch hinunter zu ballern.


Sitzposition und Fahrgefühl auf dem Haibike XDURO NDURO

Wir testen das Haibike XDURO NDURO 7.0 für dich

Wie von Haibike gewohnt, ist die Sitzposition zumeist recht aufrecht und komfortorientiert. Dies steht womöglich auch im Zusammenhang, da der Rahmen in Größe M, den ich sonst mit meinen 180 cm Körpergröße und einer 82 cm Schrittlänge immer fahre, gefühlt etwas kleiner ausfällt. Nimmt man sich die Geo-Daten zur Hand, wird der Rahmen in Größe M mit einer Oberrohrlänge von 590 mm und einer Sitzrohrhöhe von 44 cm bemessen - im Vergleich zum Focus Sam² Pro, das ich zuletzt im Testpool hatte, hat das Haibike also einen kürzeren Reach (429 mm zu 440 mm). Nun bietet ein kleiner Rahmen meiner Ansicht nach auch viele Vorteile, vor allem dann, wenn es durch verwinkelte und schnelle Trailpassagen geht. Hier lässt sich das Bike mit Leichtigkeit um die Ecken zirkeln. Durch die etwas aufgesetzte Sitzposition ergibt sich hier ein Fahrstil, in dem das Bike aktiv in Kurven gedrückt wird, was sich recht spielerisch anfühlt. Das recht hohe Gewicht von knapp 24 kg trägt sicher viel dazu bei, dass das NDURO 7.0 sehr viel Laufruhe vermittelt. Im Gegenzug würde ich mir bei längeren, einfachen, tourenlastigen Abschnitten eine etwas gestrecktere, sportliche und tiefere Sitzposition wünschen. Die Sache der Rahmengröße sollte beim NDURO also gut bedacht und beim Händler dringend ausprobiert werden - hier hat sicherlich jeder von euch seine persönlichen Vorlieben.  


Das Fahrwerk im XDURO NDURO

180 mm Federweg in Front und Heck sind eine Menge Holz und bieten viele Reserven, sollte es einmal richtig grob durch felsiges Gelände gehen. Die SR Suntour Durolux Federgabel in der Front lässt sich primär über ein Luftkammersystem in der Härte einstellen, Zug- und Druckstufe ermöglichen das sekundäre Setup und ergeben so die Definition des Ansprechverhaltens beim Ein- und Ausfedern.

Zusammenspiel Federgabel und MagicMary

Insgesamt arbeitet die Suntour Durolux Gabel bis in den Grenzbereichen recht zuverlässig und gibt je nach Anspruch den vollen Federweg frei. Beim feinfühligen Ansprechverhalten im ersten Drittel des Federwegs könnte die Sensibilität etwas feiner sein - hier arbeiten dann in ersten Linie die MagicMary Reifen in der Breite 2,6". Diese dämpfen bei einem Luftdruck von etwa 1,4bar bereits einiges weg und stellen im Gegensatz zu den breiteren 2,8" Modellen, wie sie im B+ Bereich vergangenes Jahr oft verbaut wurden, einen guten Kompromiss aus Dämpfung, Grip und Agilität dar

Der RockShox-Dämpfer

Im Heck hält ein RockShox Monarch Dämpfer den Vier-Gelenk Hinterbau in Schach. Die Kinematik funktioniert in diesem Zusammenspiel ausgesprochen dynamisch und bietet daher zum einen ein sensibles Ansprechverhalten über feine Unebenheiten und im Gegenzug bei härteren Schlägen genügend Reserven. Damit ergibt sich im Heck viel Traktion und reichlich Fahrwerksreserven - selbst unter äußerst ruppigen Bedingungen. Dies war schon immer eine Stärke der zweiten und dritten Habike XDURO-Generation.

Die Laufräder

Die 27,5" Laufräder mit den 40 mm breiten Rodi Felgen könnten etwas mehr Steifigkeit vertragen. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn man das Bike kurz und intensiv in Anlieger hineindrückt und besonders hohe Kompression sowie Querkräfte auf die Laufräder einwirken. Hier fühlt sich das Heck etwas weich an. Die 2,6" Schwalbe MagicMary Reifen sind eine perfekte Wahl für dieses Enduro eBike, da sie einen unglaublichen Grip aufbauen ohne dabei träge zu wirken. Schön zu sehen, dass man von den ganz breiten Reifen jenseits der 2,8" wieder weg kommt und das gesunde Mittelmaß und damit verbunden viele Vorteile wie Agilität, verbesserte Dämpfung und hohen Grip vereint


Der Alleskönner: Yamaha PW-X

Unser Testbericht zum Haibike XDURO NDURO 7.0

Der Yamaha PW-X Antrieb überrascht durch sein spürbar früh anliegendes, hohes Drehmomentund seine dynamischen Leistungsentfaltung. In kaum einer Fahrsituation zeigt das japanische Power-Aggregat Schwächen, egal ob beim Anfahren im steilen Gelände oder bei schnellen Zwischenspurts mit hoher Trittfrequenz jenseits der 100 U/min. - der Antrieb geht bis Pedelec-konforme 25 km/h immer zuverlässig mit und pusht den Fahrer durch jede Fahrsituation. Mit den fünf zur Verfügung stehenden Unterstützungsstufen findet man für jede Situation das passende Unterstützungslevel, der eine mag hier vielleicht eher energiesparend voran gehen, der andere vollgas bergauf marschieren.

Ausblick: Die 1.000 Höhenmeter mit dem Yamaha PW-X

Im Zusammenspiel mit dem 500Wh Akku steht auch reichlich Energie zur Verfügung um die 1.000 Hm in einem Rutsch zu pedalieren - hier wollen wir unbedingt noch unsere beliebte 1000Hm Distanz abfahren um zu sehen, in welcher Zeit das Ganze machbar ist und wie es sich mit dem Energieverbrauch in diesem Umfeld verhält. Dieser Test folgt dann aber in einem weiteren Artikel.


Schaltung und sonstige Ausstattung

Wir testen das Haibike XDURO NDURO 7.0

Ein weiteres, praktisches Feature ist die Vario-Sattelstütze, welche an einem Enduro Bike eigentlich nicht fehlen darf, in diesem Preissegment mitunter aber nicht üblich ist. Sie stammt aus der hauseigenen XLC Linie und bietet mit 125 mm Hub einen ausreichend großen Verstellbereich um den Schwerpunkt bei Abfahrten abzusenken und im Gegenzug in ausgefahrenem Zustand einen effizienten Tritt in Uphill-Passagen zu ermöglichen. Das Ein- und Ausfahren lässt sich über eine Lenkerremote fernsteuern, so dass beide Hände immer sicher am Lenker bleiben können. Die 11-fach SRAM NX Schaltung bietet in Kombination mit dem 38er Kettenblatt antriebsseitig eine breite und für jeden Bereich passende Übersetzung. Da der Yamaha PW-X Antrieb bereits bei niedrigen Drehzahlen mit einem hohen Drehmoment auffällt, lässt sich hier selbst mit einem einfach Kettenblatt in einer 20% Steigung locker anfahren. Bergab kann das Bike bis etwa 50 km/h noch aktiv pedaliert werden, bevor die die Trittfrequenz so hoch wird, dass nur noch wenig Kraft auf die Kurbel einwirkt.


Mein Fazit zum Haibike XDURO NDURO 7.0

Das Haibike XDURO NDURO in der 7.0 Variante bietet einen soliden und kostengünstigen Einstieg in die e-Enduro-Welt. Mit dem 180 mm Fahrwerk stehen viele Reserven zur Verfügung wenn es brachial durch anspruchsvolles Gelände geht oder Sprünge aus einem Meter Höhe in flachen Landungen enden. Der Yamaha PW-X Antrieb, gespeist aus dem 500 Wh Akkupack, bietet reichlich Leistung um kraftvoll und gut dosiert Steigungen zu bewältigen. Beim Kauf gilt es die Rahmengröße zu beachten, bzw. dringend beim Händler auszuprobieren - hier tendiert der NDURO-Rahmen etwas kleiner als gewöhnlich auszufallen.



Unser Testfahrer: Julian

e-MTB Testfahrer Julian

Seit beinahe 30 Jahren ist Julian nun schon begeisterter Offroad-Sportler. Nachdem er bereits viele Jahre auf den Singletrails des Südschwarzwaldes unterwegs war, entschied er sich im Jahr 2012 zum ersten Mal für eine spritziges e-MTB anstelle eines herkömmlichen Bikes. Die Bergetappen seiner Heimat machten mit dem Haibike XDURO FS RX e-Fully mit Bosch-Antrieb an Bord gleich noch viel mehr Spaß. Vor allem stellte er fest, dass ihm durch die Unterstützung vom Elektromotor bei steilen Anstiegen mehr Kraftreserven für Sprünge und Drops auf flowigen Trails bleibt, die er am liebsten mit 29“ Allmountain- und Enduro e-MTBs bestreitet. Seine Erfahrungen mit dem e-Mountainbike Sport teilte Julian bis vor Kurzem auf seinem beliebten Blog Pedelec-Biker.de und hat hierfür alle gängigen Elektromotoren von Bosch, Yamaha, Shimano und co. seinem Höhenmetertest unterzogen. Mit seinem großen Know-How rund um Technik und Fahrkunst unter Extrembedingungen ist er nun seit 2018 ein wichtiger Teil von e-MTB.de!